kirchentag2007.de-Fotograf: Volker Stumpf-Exner.
Zum Abschluss ein Appell für einen „Klimawandel in den Köpfen und Herzen“
31. Deutscher Evangelischer Kirchentag ging mit Festgottesdienst zu Ende
Mit einem festlichen Abendmahls-Gottesdienst unter freiem Himmel ist heute der 31. Deutsche Evangelische Kirchentag in Köln zu Ende gegangen. Rund 100.000 Teilnehmer kamen auf die Poller Wissen, wo zuvor schon ein Eröffnungsgottesdienst gefeiert wurde und zahlreiche Konzerte über die Bühne gingen.
„Eine neue Begeisterung für den Kirchentag ist spürbar“, lautete das Fazit von Kirchentagspräsident Reinhard Höppner während des Schlussgottesdienstes. Vom Kölner Treffen gehe die Botschaft aus, dass Spiritualität und Weltverantwortung „untrennbar“ zusammengehörten, sagte Höppner unter starkem Beifall in seinem Schlusswort: „Das Wort lässt uns schärfer sehen, was in unserer Welt passiert“, erklärte der Kirchentagspräsident mit Blick auf Armut und Kriege, Terrorismus und Klimakatastrophe. Im Protest gegen diese Gefährdungen der Welt sei der Kirchentag mit vielen friedlichen Demonstranten in Heiligendamm verbunden gewesen. „Und diese Verbindung tat gut“, sagte Höppner und erntete dafür Beifall. Zum Dialog mit anderen Religionen sagte Höppner, dieser solle „auf Augenhöhe“, mit Respekt und einem selbstbewusst eingebrachten christlichen Profil geführt werden.
Die gleichen Themen sprach die Erfurter Pfarrerin Mechthild Werner in ihrer Predigt an. Sie widmete sich dem biblischen Bericht vom Propheten Elia, der sich in der Wüste zum Sterben niederlegt und von einem Engel mit den Worten „Steh auf und iss“ zu neuem Handeln angestiftet wird (1. Könige 13). Gerade von christlich geprägten Ländern ginge die Zerstörung der Welt aus, so Werner. Dagegen einzutreten sei eine Aufgabe, die mit dem Kirchentag noch nicht zu Ende sei. „Bewegen wir was! Es wird ein weiter Weg, für die Schöpfung einzutreten, aber der Schöpfer geht voran“, ermutigte die Pfarrerin ihre Hörer und mahnte einen „Klimawandel in den Köpfen und Herzen“ an.
Die Kölner A-Capella-Band „Wise Guys“ sang noch einmal den Kirchentagssong „Lebendig und kräftig und schärfer“ und brachte die Gottesdienstbesucher damit in Bewegung.
Insgesamt haben laut Angaben der Kirchentagsleitung 110.000 Dauerteilnehmer am Kirchentag teilgenommen, dazu noch tausende Tagesgäste. Am Abend der Begegnung zur Eröffnung am vergangenen Mittwoch hatten sogar bis zu 400.000 Menschen teilgenommen. Der nächste Kirchentag findet 2009 in Bremen statt. Für 2010 steht der 2. Ökumenische Kirchentag in München im Terminkalender. Der katholische Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode lud die evangelischen Christen herzlich zum Katholikentag 2008 ein – mit den Worten: „Er ist zum Glück in Osnabrück“.
(Nachrichtenredaktion des Kirchentages)