Unter dem Motto „Schärfer als scharf geschossen – Einsatzmittel Wort“ feierten Bürger zusammen mit Polizisten heute einen Gottesdienst. Neben Gebeten für die Einsatzkräfte in Heiligendamm, erzählten die Polizisten aus ihrem Berufs-Alltag. Zum Beispiel über ihre Angst, wenn Autonome angreifen.
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Der 14-jährige Ommo aus Kiel lässt sich in der Unfallhilfsstelle seine großen Fußzehen neu verbinden. Weiße Mullbinden sind um seine Füße gewickelt. „Alles halb so schlimm“, sagt der Jugendliche. „Seine Fußnägel wurden schon vor dem Kirchentag operiert. Jetzt muss nur der Verband jeden Tag gewechselt werden.“ Die Johanniter erledigen das.
Seit Mittwoch ist ihre Hauptaufgabe: Blasen verarzten, Blutdruck messen und Zeckenbisse begutachten. „In der Regel fallen die Hilfeleistungen unter die Kategorie ‚dumm gelaufen’“, erklärt Christian van Duijnen, Pressesprecher der Johanniter Unfallhilfe. Vor allem auf den Pollerwiesen gab es zahlreiche Probleme mit Zecken. „Lebensbedrohliche Notfälle gab es bisher nicht“, sagt er. Am Donnerstag versorgten die Johanniter in der Unfallhilfsstelle insgesamt 151 Verletzte.
Anja Kowalski zum Beispiel liegt auf einer Bahre und lässt ihren Blutdruck messen. „Ich bin so schlapp“, sagt die junge Frau aus Hohenhameln. Laut Sanitäter hat sie wahrscheinlich zuviel Sonne abgekriegt und zu wenig getrunken. Wie ihr gehe es vielen Besuchern.
Kleine Straftaten
Die Polizei ist bisher mit ihrer Kriminalitätsstatistik zufrieden. „Vorrangig werden Taschen-Diebstähle angezeigt. Allerdings waren es bisher weniger als im vergangenen Jahr“, sagt Maren Leisner vom Polizeipräsidium Köln. Verlässliche Zahlen werde es aber erst nach dem Kirchentag geben. Dann erst bemerkten viele Besucher, dass sie bestohlen wurden.
Verwaiste Handys im Fundbüro
Im Fundbüro verwahren die Helfer, was auf dem Kirchentag verloren gegangen ist: Sonnenbrillen, Fotoapparate, Handys und Eintrittskarten. „Am Mittwoch wurde ein Blutzucker-Messgerät abgegeben“, sagt Helfer Fabian. „Da machen wir uns schon Sorgen, warum das nicht abgeholt wird.“